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Christliches Hospiz Soest eröffnet

Soest, 7. Mai 2018

   

   


Die Vision vieler handelnder Menschen ist in Erfüllung gegangen. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am 4. Mai das erste stationäre Hospiz für den Kreis Soest eröffnet. Eine besonders großzügige Spende in Höhe von 30.000 Euro brachte Thomas Mähnert, Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe als Eröffnungsgeschenk aus Berlin mit. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der beiden Gesellschafter Evangelischen Perthes-Stiftung und Johanniter-Orden, aus Kirche, Diakonie, Politik und Gesellschaft waren zusammengekommen, um den erfolgreichen Abschluss des Gründungs- und Bauprozesses zu feiern und das fertiggestellte Hospiz feierlich seiner Bestimmung zu übergeben.

„Ein Ort, an dem nicht Lebende zum Sterben kommen sondern Sterbende Leben. Bis zum Schluss.“

Diese Botschaft von Hospizbegründerin Cicely Saunders zieht sich durch die neue Aufgabenstellung des stationären Hospizes für den Kreis Soest, einem Ort, an dem die Wünsche, die Würde und die Bedürfnisse von Sterbenden konsequent im Mittelpunkt stehen werden. Das christliche Hospiz sei aber auch ein Ort, an dem bei Familie und Freunden gute Erinnerungen an den Abschied von einem geliebten Menschen entstehen sollen, hieß die Botschaft.

Nach 20 Jahren stetiger Bemühung, drei Jahren Bauplanung durch die zwei Träger, der evangelischen Perthes-Stiftung und der Johanniter-Unfall-Hilfe und rund einem Jahr Bauzeit, ist ein langer Weg mit vielen Etappen und etlichen Meilensteinen geschafft.

 

 

Die Liturgie hielten Pfarrer Thomas Gano von der Evangelischen Hohnegemeinde und Probst Dietmar Röttger. Pfarrer Gano brachte den Grundgedanken des Hospizes in seinen Eröffnungsworten auf den Punkt: „Das Sterben erleichtern, um dem Leben zu dienen.“ Dechant Dr. Gerhard Best schenkte dem Hospiz ein großes farbenprächtiges Kreuz. „Dieses Kreuz ist das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn. Obwohl der Tod einen festen Ort im neuen Hospiz hat, soll das Leben hier sein.“ Er dankte allen Mitstreitern. Von Anfang an sei hier eine Einrichtung im ökumenischen Gedanken entstanden. „Diese Entwicklung macht großen Mut!“

Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Perthes-Stiftung Pfarrer Rüdiger Schuch hielt die Festpredigt über Hebräer 11,1: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“. In einem Haus, in dem das Sterben und der Tod hineingeholt werden in das Leben, verflüchtige sich die Angst. „Es sind diese Erfahrungen, die den Wunsch im Kreis Soest über 20 Jahre haben reifen lassen nach einem Haus, in dem man - neben den vielen Wohnungen und Häusern, in denen liebevoll mit ambulanter Unterstützung gepflegt und begleitet wird – auch stationär Heimat nehmen kann auf Zeit, für die letzte Lebenszeit. Ein Hospiz.“ Das Ergebnis nannte er „beeindruckend“. Das großzügige Haus bietet Menschen in ihrer letzten Lebensphase und ihren An- und Zugehörigen Räume für das Leben und das Sterben. „Das Christliche Hospiz Soest ist ein Statement der Bürgergemeinde für ein würdevolles Sterben in der Mitte der Gesellschaft. Es ergänzt die bisherigen ambulanten und stationären Angebote wie Pflegeinrichtungen für Menschen im Alter“, betonte Schuch. Den Räumen werde eine Aura zuwachsen, die durch Menschlichkeit, Liebe, Ehrfurcht vor dem Leben als grundlegende Merkmale einer Haltung zum Leben geprägt sei. Auch die Stadt und den Kreis werde dies verändern. „Die bisher so vorzüglich geleistete Hospizarbeit vor Ort wird ergänzt und sichtbar durch diese stationäre Einrichtung.“

 

Großer Dank und Anerkennung

Beim anschließenden Festakt wurde ein Grußwort von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen verlesen. Weitere Grußworte sprachen Pfarrer Rüdiger Schuch als Gesellschafter, Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter Unfall-Hilfe e. V., der als Gastgeschenk eine Spende in Höhe von 30.000 € überreichte, die beiden Geschäftsführenden des Hospizes Sigrid Kübler-Molitor und Udo Schröder-Hörster, Dr. Hans-Joachim Schmallenbach, Vorstand des Hospizvereins Soest, Dr. Eckhardt Ruthemeyer, Bürgermeister von Soest, Goswin Simons v. Bockum-Dolffs als Vorstandsmitglied der Johanniter in Westfalen, der Projektsteuerer, Roland Winter vom Ingenieurbüro Winter in Teltow bei Berlin, sowie der Architekt Nils Oetterer vom Architekturbüro Oetterer.

 

 

Anwesend waren des Weiteren Magnus Memmeler und Hans Theodor Freiherr von Tiesenhausen vom JUH-Landesvorstand Nordrhein-Westfalen, Kirsten Hols als hauptamtliche JUH-Landesvorständin und die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes Soest, Dr. Andrea Gernun. Allen Grußworten gemein war der Ausdruck der tief empfundenen Freude über das neue Hospiz. Als überaus wichtigen Wegbereiter nannte Sigrid Kübler-Molitor die Hospizbewegung, die „sich seit weit über 20 Jahren um Menschen in ihrer letzten Lebensphase kümmert, in der Region das Thema in die gesellschaftliche Diskussion gebracht und ständig aufrecht erhalten hat.“ Der Hospizverein Soest ist einer der Großspender für das Hospiz. Allein durch ihn kamen 200.000 Euro für den Bau zusammen. „Auch wenn der Weg nicht immer einfach war – ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, sagte Dr. Schmallenbach vom Hospizverein Soest.

 

Ein Haus für ein Leben bis zuletzt

Nach den Grußworten hatten die Gäste die Gelegenheit, das Haus und das Gelände zu besichtigen. Das Christliche Hospiz Soest bietet 10 Plätze für Menschen in ihrer letzten Lebensphase sowie zwei Angehörigen-Zimmer. Das lichte Gebäude bietet viel Lebensqualität für seine Gäste und deren Angehörige sowie für alle, die dort arbeiten werden. Etwas Besonderes stellt der „Raum der Stille“ dar, in dem Gäste, Angehörige und auch Mitarbeitende zur Ruhe und Einkehr kommen können. Der Innenhof und der entstehende Garten laden zum Verweilen unter freiem Himmel ein. Für Einrichtungsleiterin Angelika Köster ging es am Tag darauf direkt besucherintensiv weiter. Mehrere Hundert Interessierte nutzten den Tag der offenen Tür, um sich über die Hospizarbeit zu informieren und sich die Räumlichkeiten anzuschauen. „Für mich herausragend spürbar ist die große Akzeptanz des Teams. Wir haben viel Zuspruch, viele persönliche Worte sowohl von den Repräsentanten der Träger als auch von Privatleuten erfahren“, lautet ihr Fazit nach den Eröffnungstagen.