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114.- € für das Hospiz

Soest, 23. Oktober 2017

   
     

 

Zum Welt-Hospiztag am sonnigen 14.Oktober 2017 las Maria Hagenschneider in der Ritterschen Buchhandlung aus Ihrem Buch „Tage voller Leben“ vor. Der Eintritt war frei, die beeindruckten Zuhörer sammelten 114,- Euro Spenden für unser Hospiz Soest. Danke!

Frau Hagenschneider beschreibt diesen besonderen Leseabend in literarisch gemütlicher Atmosphäre der Ritterschen Buchhandlung wie folgt: Es ist Mitte Oktober in Soest und der Sommer ist zurück! Was tut Mann? Was tut Frau? Die Sonne tanken an allen hellen Stunden des kürzer gewordenen Tages, das Gesicht der Sonne hinwenden, Licht sammeln und Farben und Düfte. Wer die kleine Maus Frederic kennt, weiß, wie wichtig solche Sammlungen für das Überleben im Winter sind. Und am Abend, der lau ist wie im Hochsommer, wenn die Biergärten und Terrassen im schönen Stadtambiente von Soest geöffnet sind, da tut man, wonach die Seele angesichts des bevorstehenden Winters schreit: mit Freunden raus gehen, ein Glas Wein trinken und erzählen, eben das Leben feiern. Hier und heute, jetzt. Die Stimmung ist überall gut. Das Wetter befeuert die Lebensgeister. Ja, Leben will gefeiert werden. Gelegenheiten muss man beim Schopf fassen, denn das ist sicher: solche Tage werden in diesem Jahr kaum noch einmal erlebbar sein. Bald kommt der wirkliche Herbst und der Winter. Und so ist der Tank noch einmal gut gefüllt! Ja, so beantwortet man die Lebensrufe an einem solchen Tag. Und dann hat doch tatsächlich die Rittersche Buchhandlung und das christliche Hospiz Soest eingeladen, sich mit der Endlichkeit des Lebens zu befassen, was nicht gerade nach Sonnenschein und Licht klingt, gar einer Erzählung zuzuhören, die mit Sterben zu tun und mit Abschied nehmen. Ziemlich unpassend mag man meinen. Nur – die Lesung war sehr bewusst nicht geplant im Sommer, sondern im Herbst, der gerade - leider (?) - nein Gott-sei-Dank(!) - in diesem Jahr noch einmal sommerlich daher kommt. In anderen Jahren lenken diese Zeiten die Gedanken aufs Abschiednehmen. Die Gedenktage stehen an. Neben den Terrassen und Biergärten traf sich also eine kleine feine Runde in der Buchhandlung zusammen mit Frau Rohe (Inhaberin des Ladens) und Frau Forke (Perthes-Werk/Hospiz Soest). Wir haben zusammen gesessen und einander erzählt. Wir alle leben vom Erzählen. Die einen erzählen einander an diesem Abend, dem 14.10.17 von ihrem Leben und sitzen dabei im Freien. Die anderen erzählen einander in einem schönen Buchladen zwischen all den Worten, die gedruckt in den Regalen stehen und Menschen bereichern können, trösten, aufmuntern, bilden, erfreuen, faszinieren... Erzählorte. Fazit (vermutlich für die meisten von uns): Wir hatten einen schönen, besonderen, geschenkten Abend, den wir an Orten des Lebens verbracht haben. Um die Gedanken auf das im Bau befindliche Hospiz in Soest zu lenken: Auch ein Hospiz ist ein Ort des Lebens. Dort sitzt oder liegt man beieinander, genießt die Sommerabende, die zuweilen auch noch einmal - unverhofft geschenkten – feiert das Leben, das immer noch schön sein kann – tatsächlich(!) und man erzählt einander, von Freuden und Traurigkeiten, von Sorgen und Ängsten und Hoffnungen, von Bewegendem, teilt viele Gefühle. Man bewegt einander. Denn was wir erzählt haben, haben wir zur Sprache gebracht und es kann beantwortet werden. Nein, ich „schöne“ die Abschiedsphase nicht. Sie ist auch schwer und traurig. Aber sie kann noch einmal Tage voller Leben bringen. Ich weiß es. Ich habe Solches erlebt. Maria Hagenschneider